Standard-Programme scheitern bei neurodivergenten Menschen nicht am Willen, sondern am Konzept. Wir bauen den ersten Ernährungs-Service, der Exekutivfunktion, Reizverarbeitung und Interozeption von Anfang an mitdenkt — und suchen dafür euer fachliches Backing.
Programme wie zanadio (erste Adipositas-DiGA, aidhere GmbH) setzen bewusst die klassische Adipositas-Leitlinie per App um: Kalorien runter, Bewegung rauf, Verhalten ändern. Für neurotypische Menschen sinnvoll.
Aber genau die Fähigkeiten, die diese Programme voraussetzen — tägliches Tracking, Impulskontrolle, Mahlzeiten planen, Hungergefühl deuten — sind bei ADHS und Autismus der Defizitbereich. Man verlangt vom Rollstuhlfahrer, die Treppe schneller zu nehmen.
Drei gut dokumentierte neurobiologische Muster — sie erklären das Scheitern und definieren zugleich unser Produktdesign.
ADHS geht mit Defiziten bei Planen, Initiieren und Timing einher — plus einem dysregulierten Dopamin-Belohnungssystem, das schnell belohnende, ultra-verarbeitete Lebensmittel und Binge-Eating begünstigt. „Essen vergessen → Heißhunger" ist Neurobiologie, kein Charakterfehler.
Autistische Menschen spüren Hunger und Sättigung oft schlecht (Interozeption) und reagieren stark auf Textur, Geruch, Temperatur. Bis zu ~70 % zeigen eine Form gestörten Essverhaltens — von selektivem Essen bis ARFID.
ADHS ist mit Adipositas assoziiert (stärker bei Erwachsenen, bidirektional) und mit Binge-Eating-Störung. AuDHS (ADHS + Autismus) ist häufig. Das kumulierte kardiometabolische Risiko ist real — und aktuell versorgungsseitig blind.
Von den 58 Ende 2025 aktiven DiGA adressiert keine einzige die neurodivergente Ernährungsrealität. Zanadio & Co. bedienen die Allgemeinbevölkerung — die Gruppe, für die Standardkonzepte am schlechtesten passen, bleibt unversorgt. Genau diese Lücke besetzt Spoonwise.
Spoonwise dreht die Logik um. Statt Disziplin zu verlangen, die fehlt, reduzieren wir Reibung und bauen Struktur, die das Gehirn entlastet.
Kein Kalorienzählen-Zwang. Keine roten Warnungen. Keine Scham-Streaks. „Etwas ist besser als nichts."
Das Ziel ist nicht das perfekte Ernährungstagebuch, sondern ein Mensch, der regelmäßig und nährstoffreich genug isst — nachhaltig, ohne Rückfall in Restriktion.
Reizarm ist nicht für alle richtig. Manche brauchen Entlastung, andere Aktivierung. Spoonwise passt sich dem individuellen Dopamin-Profil an — derselbe Service, zwei Oberflächen.
Gedeckte Farben, viel Weißraum, dosierte Reize. Für Tage mit Reizüberflutung, Overwhelm, sensorischer Empfindlichkeit — häufig im Autismus-Spektrum.
XP, Level, Gilde, Fantasy-Framing. Der „Gamer"-Effekt ist bei einem großen Teil der ADHS-Community real — Dopamin über Belohnung, Fortschritt und Spielmechanik statt Zwang.
Klinisches Argument: Wir zwingen niemanden in ein Motivationskonzept, das nicht zu seiner Neurologie passt. Der Modus-Wechsel ist selbst eine Intervention — und im Dummy schon erlebbar.
Rezepte in Micro-Steps, Timer, „X Leute kochen gerade mit dir".
Sensorik-Profil, Textur-Filter, „same food is okay".
Belohnung ohne Scham, Reize dosiert oder verspielt — je nach Modus.
Hunger-/Sättigungs-Skala, Trink- & Medi-Reminder.
Gegen „Essen vergessen": Erinnerungen, Notfall-Snacks, Brain-dead-Rezepte.
Info & Begleitung für Eltern — bewusst ohne Kinder-Mitgliedschaft.
Ein interaktiver Prototyp — beide Modi, fünf Screens, echtes Bedienkonzept. Ideal, um in Sekunden zu zeigen, was wir meinen.
Spoonwise-Dummy öffnenKein Medizinprodukt im aktuellen Stand · Screens illustrieren Bedienkonzept, keine finalen Inhalte.
Keine Mitgliedschaft für Kinder. Restriktive Programme können bei Kindern Fehlernährung und ARFID verstärken. Für Kinder gibt es ausschließlich einen Wissens- und Begleitbereich für Eltern — kein Tracking, kein Plan fürs Kind.
Kein Kalorien-Zwang, kein Verbots-Framing. Fokus auf „genug & regelmäßig", nicht „weniger".
Safe-Foods werden gestützt, nicht abtrainiert. Warnzeichen-Hinweise mit Verweis an Fachpersonen.
Inhalte werden von Ökotrophologie & Psychotherapie reviewt — genau hier kommt ihr ins Spiel.
Direkt an Betroffene (Abo), Praxen als Empfehlungspartner. Schnell am Markt, ohne Regulatorik-Hürde — validiert Nutzen & Nachfrage und schafft die Datenbasis für Stufe 2.
Mit dem Fachbeirat Wirksamkeit belegen (z. B. Ernährungsregelmäßigkeit, Lebensqualität, Symptomlast). Voraussetzung für den DiGA-Nutzennachweis nach §139e SGB V.
BfArM-Listung, ärztlich verordenbar, Kassenerstattung. Der DiGA-Markt wuchs 2025 auf ~690 k Abgaben / >170 Mio € (+63 %). Hausärzt:innen stellen 51 % der Verordnungen — ein realistischer, lukrativer Kanal.
Wir wollen kein Produkt über die Köpfe der Fachwelt hinweg bauen. Wir suchen euch als Partner. Vier Formen — von unverbindlich bis eng:
Regelmäßiges Sparring zu Konzept, Sicherheit & Inhalten. 3–4 Termine/Jahr, benannte Beirats-Rolle, Sichtbarkeit als Mitgestalter:in.
Gemeinsame Wirksamkeits-/Machbarkeitsstudie als Basis für den DiGA-Nutzennachweis. Co-Autorenschaft bei Publikationen.
Spoonwise begleitend empfehlen und strukturiertes Feedback aus der Behandlung geben. Früher Zugang, Einfluss auf die Roadmap.
Prüfung einzelner Module/Texte auf fachliche Korrektheit & Risiken (ARFID, Ess-Störungen). Honoriert, klar umgrenzt.
Die Evidenz stützt die Rationale (warum Standardkonzepte scheitern und welche Mechanismen adressiert werden müssen). Die Wirksamkeit von Spoonwise selbst ist noch zu belegen — genau dafür Stufe 2.
ADHS × Exekutivfunktion & Dopamin, Essverhalten — Mental Health Dietitians; Übersicht metabolische/nutritive Faktoren, ESMED.
ADHS × ultra-verarbeitete Lebensmittel (Kinder) — Pediatric Research (Nature).
Autismus × ARFID, Interozeption, Sensorik — Interozeption bei ARFID/AN (PMC); ARFID Neurobiologie & Behandlung (PMC).
ADHS × Adipositas (Meta-Analyse, stärker bei Erwachsenen) — Cortese et al., ScienceDirect.
ADHS × Binge-Eating; Exekutivfunktion bei Food Addiction/BED — PMC Review.
Prävalenz ADHS/Autismus DE & Komorbidität (AuDHS) — ADHS-Info; Apotheken Umschau.
zanadio als erste Adipositas-DiGA (aidhere) — BfArM DiGA-Verzeichnis.
DiGA-Markt 2025 (Abgaben, Preise, Verordnung) — DiGA-Report 2025, Gelbe Liste.
Zahlen aus Sekundärquellen, Stand Recherche Juli 2026; Prävalenzangaben variieren je Studie (ADHS Erwachsene int. ~2,5–3 %, dt. Repräsentativstudie bis 4,7 %). Für belastbare Fachaussagen im Detail vor Verwendung gegen Primärliteratur prüfen.